Donnerstag, 25. Juni 2015

Mein grüner Kleiderschrank 2015

Schluss mit Spontan-Frust-Käufen.
Weg von gedankenlosem Bekleidungskonsum.
Shopping-diät.
Klasse statt Masse.

Themen, über die ich mir seit einiger Zeit Gedanken machen, die sich mir aufdrängen.
Ich will nicht mehr dazu beitragen, dass Näherinnen um einen Hungerlohn 12 oder mehr Stunden am Tag schuften.
Billige Kleidung gibt es nicht - irgendjemand bezahlt dafür. Mit seiner Jugend. Seiner Gesundheit. Im schlimmsten Fall mit dem Leben.

Und so habe ich mir zu Beginn des Jahres die Frage gestellt:
Kann ich mich und meine drei Kinder ein Jahr lang nur mit selbst genähter und Second-Hand-Kleidung ausstatten?

(Meinen Mann lasse ich außen vor, da er mit seiner Kleidung derart ökonomisch umgeht, dass er ein Hemd oder einen Anzug erst dann ersetzt, wenn ich ihn dazu zwinge.)

Meine Regeln und Ausnahmen:

- Socken, Strümpfe, Strumpfhosen - werden neu gekauft. Unterwäsche für mich auch.

- Schuhe für mich gibt's neu (Klasse vor Masse, ich wachse ja nicht mehr), und wenn ich keine passenden Secondhand-Schuhe für die Kinder finde, gibt's auch die neu.

- Geburtstagsgeschenke (wenn die 12jährige T-shirts von Pr*mark bekommt, knalle ich sie dem Schenker nicht an den Kopf. Jeder hat ein Recht auf seinen eigenen Lernprozess. Besagtes Shirt hatte übrigens nach dem ersten Mal tragen ein Loch.)

- Ebenso verbiete ich der 12jährigen nicht, mit ihren Freundinnen Kleidung shoppen zu gehen. Das darf sie selbst entscheiden, aber ich sage ihr, was ich davon halte. (War aber bis jetzt noch kein Thema.)


Das halbe Jahr 2015 ist um - Zeit für eine Zwischenbilanz!


Für die Kinder genäht:




3 Kleider, 1 Ballkleid, 7 Shirts (zB. hier), 10 Unterhosen, 3 Unterhemdchen, 1 Jeans, 5 Pyjamahosen/Jogginghosen, 2 Hosen, 1 Rock, Faschingskostüme.

Da wir 2x jährlich einen ausgezeichneten Flohmarkt für Kinderkleidung im Ort haben, konnte ich alles, was ich nicht selbst nähen kann oder will oder darf (für die Große - "Mama, das schaut peinlich aus") dort besorgen.

Allerdings musste ich schon drei Paar Schuhe für die Kids neu kaufen - ist ja immer ein Glücksspiel, ob man Second Hand gerade das bekommt, was man braucht.



Für mich genäht:


1 Pyjamahose, 2 Kleider (dieses und dieses), 2 Strandkleidchen, 3 Röcke (Maxi, Asymmetrisch, Jeansrock), 10 Shirts, 1 Hose, 1 Cardigan, 1 Tasche, 1 Loop.

Zu den 10 Shirts muss ich sagen, dass ich davon leider nur 3 oder 4 wirklich gern trage. Ich hatte ein paar schlechte Stoffe gekauft (auch teure!), die jetzt bereits so pillen/verwaschen sind, dass ich einige Stücke schon wieder aussortieren musste. Und manches Shirt gefällt mir dann doch einfach nicht.


Außerdem war mein Ziel, mir richtig gute Schuhe zu kaufen, die ich lange tragen kann. Im Winter-Schlussverkauf gab es schwarze Stiefel zum halben Preis, später dann Stiefeletten in nude, die ich liiiiebe, sowie Pumps in nude. (Insgesamt habe ich dafür 270,-- ausgegeben.) 
Also echte Basics, die zu allem passen und hoffentlich lange halten. Ein Paar "erlaube" ich mir jetzt noch - da muss ich mir gut überlegen, was ich will und brauche. Vielleicht flache, schwarze, spitze Ballerinas.

Ach ja, und einmal habe ich "gesündigt". Ich hab mir einen Jeansrock gekauft. Meinen selbstgenähten mag ich einfach gar nicht... Jeans zu nähen, find ich so schwer... es war ein typischer Gelegenheitskauf, als ich für und mit der Schwester einkaufen war... da bin schwach geworden. 

Genähte Geschenke:

Da viele meiner Freundinnen sich für ihre Kinder und Babys Kleidung wünschen, habe ich auch viel für andere genäht.
Bis jetzt sind es 11 Shirts, 2 Babyhosen, 2 Mützen.

Danke, dass ihr bis zum Ende durchgehalten habt!
Das Thema, mit Bekleidung bewusst umzugehen, ist mir in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Was denkt ihr?
Nina.

Verlinkt: ciA, RUMS (weil vieles ja für mich ist!)

1 Kommentar:

  1. Toll! Einfach nur toll! Der Grundgedanke ist ein super Gedanke! Schön, dass ich nicht die einzige bin, die so denkt. Meine Kinder sind aus dem Haus, sie machen sowieso was sie wollen :-). Aber ich kaufe keine Klamotten mehr! Da ich eh nur schwarz und grau trage, fällt es gar nicht auf, dass ich nicht (mehr) so viele Dinge im Schrank hängen habe :-). Ich bin noch in der Übungsphase, mir eigene Kleider zu nähen. Einfache Schnitte gelingen, alles andere wird fleissig geübt. Schade, dass nicht mehr Menschen so denken ... und der besagt PMarkt geht gar nicht! Ein no-go!
    Übrigens: schicke Sachen hast du genäht ... so viel schöner als gekauftes und einmalig in ihrer Art :-)
    LG
    Frau H.

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