Freitag, 27. Februar 2015

Freutag: Lesen - my happy place (01+02/15)

Manchmal hilft nur noch eins: Decke über den Kopf, Buch lesen. Und zwar etwas, was mich in eine völlig andere Welt eintauchen lässt. Etwas, das nichts, aber auch gar nichts mit mir und meinem Leben zu tun hat.





Daher surfe ich seit Kurzem auf der Fantasy-Welle, ein Genre, mit dem ich zuvor nie etwas anfangen konnte. Auf Jugendbücher (Young Adult - Fiction (YA)) und Coming-of-Age-Romane stehe ich auch, weil, eben, siehe oben. Sich in die Welt eines 16jährigen Mädchens zu flüchten, wenn man selber als Mama seinen Mann (sic!) stehen muss, kann wirklich erholsam sein.

Und da ich mir vorgenommen habe, dieses Jahr einfach mal mitzudokumentieren, was ich alles an Lesbarem inhaliere, hier meine Leseliste der letzten beiden Monate:

Fantasy:


Karen Lynch: Relentless (englisch)
Ein All Ages-Roman nach dem beliebten Muster - zartes Mädchen wird von bösen Vampiren gejagt. Die besten Freunde sind Werwölfe. Außerdem gibt's Trolle, Vampirjäger, Dämonen aller Art und haufenweise Magie - kein Thema wird ausgelassen! Hat mir trotzdem gefallen, weil die Heldin (eine sympathische Mischung aus Badass und Mauerblümchen) nicht als Dummchen daherkommt, obwohl sie ihre Identität erst im Laufe der Handlung entdeckt.
Das Ebook ist gratis, jedoch nicht so schlecht lektoriert wie erwartet. Einige Fehler, aber nicht ganz grauenhaft.


Karen Lynch: Refuge (englisch)
Der zweite Teil der Relentless-Trilogie.
Oft schwächelt der zweite Teil einer Trilogie. Hier nicht! Hab ich schon erwähnt, dass ich die Heldin mag? Zwar gibt es Irrungen und Wirrungen, was den überaus gutaussehenden Protagonisten betrifft, aber sie ist nicht eines von diesen schmerzhaft dämlichen Teenies, sondern ein Mädel, das die Dinge in die Hand nimmt.
Dritter Teil, wann kommst du?


Maggie Stiefvater: Rot wie das Meer 
In dieser mystischen Coming of Age - Geschichte dreht sich alles um den Mythos der Wasserpferde, auch als Kelpies bekannt. Erst brauchte ich eine Weile, um in die Geschichte einzutauchen, dann ließ sie mich nicht mehr los.
Mein erstes Buch von Stiefvater. Mal sehen, ob mir ihre anderen Bücher auch gefallen!


Cassandra Clare: The Mortal Instruments - City of Bones, City of Ashes, City of Glass
Hier findet der Fantasy-Fan alles, was ihn glücklich macht: Feen, Vampire, Magier, Werwölfe, und dazwischen das ganz normale kleine Mädchen, das auf einmal entdeckt, dass die Welt nicht so normal ist, wie es bisher schien! In rasantem Tempo wird Clarys Welt auf den Kopf gestellt, und natürlich ist da noch der geheimnisvolle, überaus anziehende Krieger, der anscheinend ihr Bruder ist... und der böse Magier, den sie unbedingt stoppen müssen. Und es gibt noch weitere Bände... yay!


Jennifer Benkau: Dark Canopy
Gerade wenn man schon sehr viele Dystopien gelesen hat, erwartet man sich nicht mehr viel Neues - und Dark Canopy hat mich in dieser Hinsicht überrascht. Ein neues nach-dem-Weltuntergang-Szenario, viel Action, eine toughe Heldin, ein Schuss Romantik. Genau, was ich mir von einer Dystopie erwarte. Der zweite und letzte Teil wartet in der Bücherei auf mich!




YA Fiction:


Lauren Oliver: Panic (englisch)
Ein klassischer Coming of Age - Roman oder Entwicklungsroman. Obwohl die Umstände der Hauptdarstellerin es sind, ist der Ton an sich nicht deprimierend. Immer bleibt der Funke Hoffnung im Vordergrund, auch wenn gerade alles den Bach runtergeht. Am Ende zählt die Freundschaft, die (erste) Liebe, und der Mut zum Erwachsenwerden. Schön.


Sherryl Jordan: Flüsternde Hände 
Pseudo-Geschichtsroman, ein All-Ager, der die Angst vor dem Fremden, vor dem Anderssein thematisiert. Nicht allzu unglaubwürdig, aber auch nicht allzu authentisch - und wie ich im Nachwort lesen konnte, war es auch nicht die Intention der Autorin, einen authentischen Geschichtsroman zu schreiben. Das Thema Xenophobie war schön umgesetzt und in einer kurzweiligen Geschichte verpackt.


Allen Zadoff: Boy Nobody und Fearless
Die ersten beiden Bände einer Quasi-Psycho-Thriller-Trilogie, der sich schnell liest, und den man schnell wieder vergisst. Nicht total schlecht, aber auch nicht besonders aufregend, die Geschichte um einen jugendlichen Auftragskiller, der beginnt, sein Leben und seinen Job in Frage zu stellen.



Non-Fiction:

Zumindest ein Non-Fiction Buch möchte ich im Monat lesen, auch ein wenig "richtiges" Gehirnfutter, hehe.

Malala Yousafzai: Ich bin Malala 
Eines der Bücher, die einen zuerst sprachlos vor Zorn und Wut, und dann sprachlos vor Dankbarkeit und Demut werden lassen. Unglaublich dankbar bin ich, dass meine Töchter in einem Land groß werden, in dem sie so viel gelten wie Jungen, und alles lernen und studieren und werden dürfen, was sie wollen. "Ich bin Malala" lässt uns einen Blick in eine Welt erhaschen, die uns kaum vorstellbar scheint, und die für Tausende, Hunderttausende Mädchen und junge Frauen bittere Realität ist: der Kampf darum, etwas lernen zu dürfen.



Romance:


Rainbow Rowell: Attachments (englisch)
Auf Email-Romane stehe ich spätestens seit "Gut gegen Nordwind". "Attachments" ist zwar nicht ausschließlich ein Email-Roman, doch eine der beiden Hauptpersonen lernt man nur durch die Emails, die sie schreibt, kennen. Manchmal sind die Bücher, die dich zum Lächeln bringen, noch besser als die, die dich zum Lachen bringen! Eine Mischung aus absolut liebenswerten Persönlichkeiten, die sich nicht unterkriegen lassen und an ihren Schwierigkeiten wachsen statt zu zerbrechen. Und am Ende geht alles gut aus.
Der erste Rowell-Roman steht den weiteren Romanen der Autorin "Fangirl" und "Eleanor and Park" nicht an Qualität nach.



Das war meine Lese-Liste für Jänner und Februar. Was habt ihr gelesen? Wer hat einen guten YA-Lesetipp für mich? Nina.


So let's all read instead.


P.S: Ich hoffe, das sieht jetzt nicht nach Angeben-Wollen aus... ich wollte dieses Jahr einfach mal mitdokumentieren, was ich so lese. Ich inhaliere Bücher, und vergesse zu schnell wieder, was ich gelesen habe! Wer sich fragt, wie ich so viel lesen kann - ich muss vor dem Schlafen noch mindestens eine halbe Stunde lesen um runter zu kommen und schaue nie fern. Die fiktive Welt ist mein happy place. See you there... und beim Freutag.

Kommentare:

  1. Huhu!

    Ich finde nicht, dass das nach Angeben-Wollen aussieht. 10 Bücher in zwei Monaten ist doch okay? Momentan lese ich leider fast gar nicht. Ich habe meine Liebe zur Handarbeit entdeckt und seitdem bin ich Abends immer am häkeln oder stricken. Mit einem Buch geht das leider nicht, deswegen sitz ich dabei bei meinem Mann und schau mit ihm Filme oder Serien. Aber vorher habe ich so viel gelesen... Wenn ein Buch gut geschrieben war, legte ich es nicht weg, bis ich es durch hatte. Egal, ob ich hätte eigentlich schlafen sollen... Damals gab ich alles (Taschen-)Geld für Bücher aus & war mindestens einmal die Woche im Buchladen Nachschub holen. Zum Glück war das bei meiner restlichen Familie genauso, ich hatte also nie Probleme neuen "Stoff" zu bekommen... Heute verdrängen meine ganzen kreativen Hobbys leider meine Bücher. Und das nicht nur zeitlich gesehen, auch vom Platz her. Erst vor ein paar Tagen mussten einige weichen damit neuer Baumwollstoff einziehen konnte. Irgendwie macht mich das grade traurig. Gibt es doch keine Möglichkeit so perfekt und komplett dem Alltag zu entfliehen und in fremde Welten zu tauchen. Vielleicht sollte ich Deinen Post zum Anlass nehmen wieder mal ein Buch zur Hand zu nehmen. Und zwar eins, das nichts mit Entwicklung, Erziehung oder Brei zu tun hat :)
    Vielen Dank für Deinen Post <3
    (und ´tschuldigung für den Monolog)
    LG anna

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    1. Ja, du hast recht, ist eigentlich gar nicht so viel (obwohl es 12 bücher sind, die Mortal Instruments Serie sind drei Bücher), es war nur irgendwie so ein langer post :) Früher war ich ja ein Allesfresser beim Lesen, aber im Moment können mich nur bestimmte Themen fesseln. Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Und stimmt - wenn ich mehr häkle, lese ich weniger und umgekehrt! Alles Liebe, nina

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  2. Das ist ja mal eine Liste mit hilfreicher Zusammenfassung von dir! Vielen Dank. Ich kann bisher nur sehr wenig mit diesen totalen Fantasyromanen anfangen. ich habe gerade mal 3 Bücher aus der Twilight Serie gelesen und irgendwann war es mir zuviel wie sich die Heldin an ihren marmorkalten Vampir schmiegt. Mir war der Werwolf immer sympathischer. Aber damit bin ich wohl alleine. Auch zu Herr der Ringe oder ähnlichem konnte ich mich noch nicht überwinden.

    Am ehesten würde mich aus der Liste "Ich bin Malala" reizen. Einen Blick in ein anderes Leben zu werfen ist sehr interessant und wie du schon sagst, lässt einen mehr wertschätzen, was man selber hat.
    Liebe Grüße,
    Elke

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