Dienstag, 11. März 2014

Shirt, in dem ich das Kind nie wieder abholen darf und andere Kleiderschrank-Verbrechen.

Kennt ihr das? Man kauft sich einen Stoff, weil das Muster grad total en vogue sein soll, und dann zieht man den Stoff immer wieder aus dem Schrank, hält es sich an, und fragt sich, was um Himmels willen man sich nur dabei gedacht hatte?

So geschehen bei einem in schreienden Ikatmuster gehaltenen Viskosejersey.
Als ich kürzlich einen neuen Schnitt testen wollte, habe ich kurzerhand den ungeliebten Stoff dafür hergenommen.



Tja, tragbar ist es schon, das Teil. (Drum darf es auch zum Creadienstag.)

Schnitt: nach Ottobre 2/2013, mit einigen Änderungen (unten ausgestellt, Ausschnitt verkleinert, anders geteilt).

Aber als ich mit dem Shirt gestern das Tochterkind bei der Freundin abholte, sagte sie wenig später im Auto zu mir: "Mama, du hast mich mit DIESEM T-Shirt abgeholt?!"
Was habe ich nur getan! Asche über mein Haupt!

Und als ich gestern zufällig bei Königkind gelandet bin, und eine neue Serie über den "Traumkleiderschrank" gefunden habe, hat es klick gemacht... Das Teil passt nicht in meinen Traumkleiderschrank.

Tessas Fragen haben mich sehr zum Nachdenken angeregt. Bin zwar noch immer am Denken, aber zu einigen Ergebnissen bin ich schon gekommen.

Tessa fragt:

Wie würde mein Wunschkleiderschrank aussehen?

Als ich darüber nachgedacht habe, ist mir plötzlich klar geworden, dass ich keinen Stil habe... dass ich zwar eine vage Ahnung davon habe, wie ich gerne aussehen würde, es aber nicht umzusetzen weiß, und daher findet sich in meinem Kleiderschrank "aus jedem Dorf ein Hund", wie man bei uns sagt... vieles gefällt mir, steht mir aber nicht... vieles passt mir nicht mehr... manches gefällt mir nicht mehr...

Voilà: Schrankleiche.
Dieses selbstgenähte Teil habe ich außer für's Foto nie getragen.

Eine sehr schöne Frau in meinem Bekanntschaftskreis hat einmal gesagt: "In meinem Kleiderschrank gibt es keine Kompromisse."

Derzeit ist mein Kleiderschrank voller Kompromisse!

Erst mal muss ich mir klar werden, was ich will. Und dann diesen Weg konsequent gehen. Alle selbstgenähten "Sünden" der ersten Nähversuche entsorgen, sowie alle Schrankleichen, in die ich "vielleicht irgendwann mal wieder hineinpasse"...

Was muss ein Kleidungsstück für mich haben, um ein absolutes Lieblingsstück zu werden?

Wenn ich es trage, will ich mich darin schön fühlen. Punkt.

Dieses Kleid liebe ich heiß. So bequem wie ein Pyjama,
und ich fühl mich hübsch darin.

Was brauche ich in meinem Alltag für Klamotten, um mich rundherum wohl zu fühlen und welche Sachen für bestimmte Gelegenheiten machen meinen Kleiderschrank komplett?

Die Teile für den Alltag müssen gut kombinierbar, pflegeleicht, bequem sein, mit einem gewissen Pfiff, und kaschieren, ohne schlabberig zu wirken. Für den sonntäglichen Kirchenbesuch und Feste brauche ich hübsche, vorteilhafte Kleider oder Röcke mit passenden Tops.

Meine Sommer"uniform": Shirt und Jeansrock.

Welche Basics brauche ich?

In der kalten Jahreszeit Jeans, Shirts, Tuniken, Cardigans. Im Sommer Röcke und Kleider.


Welche Rolle spielen dabei selbstgemachte Sachen? 

Das ist ja das Problem: Als ich vor einem Jahr begonnen habe, Kleidung für mich zu nähen, habe ich wild drauflos genäht, habe vielfach einfach kopiert, was ich anderswo gesehen habe, ohne mir groß Gedanken zu machen, ob es zu mir passt...

Diesen Rock finde ich toll. Aber... ich hab ihn fast nie getragen.
Passt er wirklich zu mir? 

Mein Ziel ist es, wirklich hochwertige Basics für mich herzustellen. Das bedeutet, dass ich einige gute Basic-Schnitte finden will, die mir wirklich passen, und die mit meinen Nähkenntnissen kompatibel sind. Dass auf diesem Weg sicherlich noch einige Teile für die Tonne produziert werden, ist klar... aber bis jetzt hatte ich kein klares Kleider-Ziel vor Augen. Das hat sich nun geändert, dank dieser Serie!

Nächste Woche beschäftigt sich Tessa mit folgenden Fragen:

Welches sind meine Lieblingsfarben?
Welche Farben stehen mir und welche sollte ich lieber vermeiden?
Welche Muster trage ich sehr gerne?
Welche mag ich, sind aber eigentlich zu verspielt, zu sportlich, zu schlicht, zu ausgefallen für mich?
Wie kombiniere ich Muster und Farben am liebsten?

Diese Fragen scheinen mir viel leichter zu beantworten... oder?

Kommentare:

  1. Liebe Nina,
    heute bin ich mal anderer Meinung! ;-)
    ich finde das Ikat-Shirt richtig gelungen! Die Rauten sind in der Mitte, im Schulterbereich einfarbig ~ ein richtig tolles Teilchen!
    Auch der bunte Rock, gerade auch kombiniert mit den Chucks ~ superklasse!

    Ich glaube, dass das Bunte einem gefällt, man aber manchmal nicht so aus der Masse herausstechen möchte!
    Auch, wenn z. B. das blaue Kleid Dein Lieblingskleid ist ~ lebendiger (= und jünger!) wirkst Du auf mich in Farbe!
    Denn "Bunt" ist meine Lieblingsfarbe! Ich finde nämlich das Leben manchmal grau genug!

    Einen ganz lieben Gruß aus Köln

    Britta

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  2. Liebe Nina,
    vielen Dank dass Du mitmachst.
    Ich glaube so ergeht es vielen, die gerade erst mit dem Nähen angefangen haben, einfach mal los und dann schauen, was dabei herauskommt und irgendwie ist das meistens auch sehr bunt.
    Mir gefällt das gestreifte Shirt zum Jeansrock sehr gut und auch der ganz bunte Rock. Den würde ich auch nicht immer und überall tragen wollen, aber wenn es richtig heiß draußen ist - perfekt.
    Worin Du Dich wohl fühlst kannst aber nur Du alleine entscheiden, ich bin sehr gespannt, wie es bei Dir weitergeht.
    Viele Grüße,
    Tessa

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  3. Danke für diesen Post! Das ist gerade genau mein Thema!

    Outfit 1+2 sind meiner Meinung nach wirklich mmmhhh... Obwohl es bei #2 wahrscheinlich am Kombistoff liegt. Der Schnitt an sich ist toll.

    Outfit 3+4 würde ich auch so tragen. Die gefallen mir sehr.

    Outfit 5 wäre mir pers. zu bunt/kindlich.

    Jetzt schau ich mal zu Tessa rüber.

    Liebe Grüße
    Anke

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  4. Liebe Nina,
    ich glaube, da müssen die meisten durch. Ich habe schon in einigen Blogs nach den ersten Posts geschaut und da ist bei den meisten eine Entwicklung zu sehen von den ersten Werken bis jetzt. Erst kommt die große Verlockung der bunten Stoffewelt, man orientiert sich an Blogs, die tolle farbenfrohe Werke zeigen und will auch haben. Nach und nach entstehen dann ein paar Schrankleichen und man merkt, dass das Konzept noch nicht so stimmig ist ;-) Mir ging es doch genauso, wenn auch nicht ganz so bunt wie Dein Rock, wobei ich den auch sehr schön finde. Aber an mir kann ich ihn mir auch nicht vorstellen.
    Ich bin gespannt auf Deinen nächsten Post zu dem Thema.
    Herzliche Grüße,
    Elke

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  5. Interessanter Beitrag - und vieles davon kommt mir bekannt vor! :-) Ich finde es auch sehr schwierig, seinen persönlichen Stil zu finden; eigentlich macht es ja erst dann Sinn, etwas zu nähen/zu kaufen...
    Ganz besonders gefällt mir aber der Satz: "Wenn ich es trage, will ich mich darin schön fühlen." Das werd ich mich jetzt wohl bei jedem Teil fragen! :-)
    LG, Steffi

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  6. Liebe Nina, sehr interessiert habe ich gerade deinen Post gelesen.

    Mir gefallen gerade die von Dir ungeliebten Teile Nr. 1, 2 und der bunte Rock, während, mir das blaue Kleid ein wenig hausbacken erscheint (Entschuldigung!).

    Von den Kommentaren der Kinder darf man sich nicht unnötig verunsichern lassen. Ich habe zwei Söhne, die mit ihrer (manchmal sehr eigenwilligen) Meinung nicht hinterm Berg halten. Kinder sehen an ihrer Mutter nicht unbedingt gerne Veränderungen, und bitte nicht auffallen! Zum Glück habe ich einen geschmacklich sehr sicheren Ehemann und eine beste Freundin, auf deren Urteil ich vertraue, wenn mich die Söhne doch einmal verunsichern.

    Letztendlich muss man sich in seinen Klamotten wohl und authentisch fühlen. Oft gefallen mir an anderen Teile super und an mir wirkt das nur merkwürdig. Ich finde, ein Foto hilft da oft mehr als jedes Spiegelbild, da man sich auf Fotos doch eher mit "den Augen der Anderen" sieht.

    Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg bei der Findung Deines eigenen Stils und auch den Mut zu auffälligeren Kleidungsstücken, wenn Du davon überzeugt bist.

    Ganz liebe Grüße, Irene

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  7. Ich finde seinen eigenen Stil zu finden ist nicht einfach, grad auch wenn man mit Kleider nähen anfängt. Was ich oft mache, wenn ich nicht sicher bin ob mir was stehen könnte, gehe ich auf Probiertour in den Läden und suche mir ähnliche Kleidung..
    Liebe Grüsse
    Angy

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  8. Jeder sollte tragen was ihm gefällt andere müssen ja nicht hinschauen man achtet leider viel zu oft darauf was andere wohl denken könnten leider ...dein bunter Rock und so wie es kombiniert ist sehen klasse aus lg Mo

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  9. Mir gefällst du sowohl in bunt, wie auch in elegant. Ich galube am wichtigsten ist, das dabei immer dein fröhliches Wesen mit rüberkommen muss, dann passt es!
    Herzliche Grüße
    Karin

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  10. Hallo.
    Das bunte Kleid ist ein Traum. Welche Größe ist es???
    Würde super in meinen Schrank passen.
    LG Anna

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  11. Och, ich finde Deine Schrankleiche eigentlich sehr schön ....
    Aber, man / Frau muss ich eben wohl fühlen ....
    Liebe Grüße
    Jeanette

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