Freitag, 28. März 2014

Freutag: Buddha sagt...

Bücher werden von mir selten gelesen, meistens verschlungen. Ich bin bekennende Schnell- und Flüchtigleserin, mit allen Vor- und Nachteilen dieses Syndroms. Aber hin und wieder stoße ich auf etwas, das ich ganz langsam und genüsslich lese. So geschehen im Kapitel 59 des Romans "Der verschollene Liebhaber" von Kim Echlin.



Wie ich herausgefunden habe, ist die unten abgetippte Geschichte eine Version eines allgemeinen buddhistischen Gedankenguts, einer in vielen Versionen erzählten und überlieferten Geschichte. Hier die Version von Kim Echlin aus oben genanntem Buch:

Einst kam eine Frau zu Buddha, die ihren toten Sohn auf den Armen trug. Sie bat ihn, Erbarmen zu haben und ihr den Sohn zurückzugeben. Buddha versprach, ihr zu helfen. 
"Doch zuvor", sagte er, "bring mit einen Senfsamen von einer Familie, die niemals den Tod erlebt hat." Die Frau machte sich auf die Suche und ging von Haus zu Haus. Die Leute wollten ihr behilflich sein, doch jeder, den sie fragte, hatte den Tod bereits erlebt - Bruder oder Schwester, Vater oder Mutter, Ehemann oder Kind. 
Nach langer, langer Suche ging die Frau erneut zu Buddha. 
Er fragte: "Wo ist dein Sohn?" 
Die Frau antwortete: "Ich habe ihn begraben."

Die Geschichte hat mich tief bewegt.
Was ist es nur, das in uns vorgeht, wenn wir von ähnlichen Schicksalen wie dem unseren hören? Wie kann es sein, dass es uns so ein Trost ist, wenn jemand gerade das selbe durchmacht wie wir?
Ist es nicht so, dass der Schmerz so viel schwerer wiegt, wenn wir meinen, dass nur wir ihn zu tragen haben?

Schon vor einiger Zeit habe ich beschlossen, nicht viel über das zu reden, was mich bedrückt, um dem Ganzen nicht noch mehr (negative) Energie und Aufmerksamkeit zu geben. Außerdem bekommt man oft Ratschläge, die man nicht hören möchte...
Mittlerweile frage ich mich, ob das immer richtig ist. Einerseits will ich nicht jammern. Andererseits... wenn ich nicht lerne, mein Herz zu öffnen, und anderen somit die Gelegenheit gebe, mir mit ihren Erfahrungen Trost zu geben, muss ich meine Schwierigkeiten allein durchleben.

Noch ein Spruch, der Buddha zugeschrieben wird:




Let's change the world! Heute. Ein wenig. An diesem schönen Freutag! Nina.

Kommentare:

  1. Liebe Nina,
    "wenn ich nicht lerne, mein Herz zu öffnen, und anderen somit die Gelegenheit gebe, mir mit ihren Erfahrungen Trost zu geben, muss ich meine Schwierigkeiten allein durchleben "

    genau das habe auch ich lernen müssen und es geht mir heute viel besser, denn alte und neue gute Freunde sind da und wissen um mich.
    Heute fällt das Leben leichter und ich habe eine andere Sichtweise, auch wenn es immer wieder Niederschläge gibt... Das Leben ist eine Baustelle und hat doch so viele schöne Momente auch zum Glücklichsein!!!!
    Das wünsche ich Dir, Charly

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  2. Liebe Nina,

    mich hat diese Geschichte auch sehr bewegt. Ichchabe sie vor ein paar Jahren als Einleitung für meine Master-Arbeit verwendet....

    Danke dass du sie mir wieder ins Gedächtnis zurück geholt hast!! Und danke für das Teilen deiner Gedanken! Ich habe mich sehr darin wieder erkannt...

    Hab ein schönes Wochende,
    Rebekka

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